Die Lebensmittelmotte von der etwas bekannteren Kleidermotte zu unterscheiden, ist leicht. - Foto: pixabay.com/condesign/CCO

Lebensmittelmotten dauerhaft loswerden

Kleine Falter, die durch die Küche schwirren, Würmchen in Mehl- und Haferflockenpackungen, oder Gespinste in Lebensmitteln – keine Frage, Mottenbefall in der Küche ist unangenehm. Dennoch sollten Sie bei Lebensmittelmotten nicht gleich in Panik verfallen, denn zum Glück sind diese Schädlinge vergleichsweise leicht zu bekämpfen. Was Sie vorbeugend tun können und wie Sie richtig handeln, wenn sich die Schädlinge bereits in Ihren Nahrungsmitteln niedergelassen haben können Sie hier lesen.

Was sind Lebensmittelmotten?

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Mehlmotten (Ephestiae Kuehniellae)

Motten gehören zu der Ordnung der Schmetterlinge. Die Lebensmittelmotte von der etwas bekannteren Kleidermotte zu unterscheiden, ist leicht. Wie die Namen schon sagen, hält sich die eine bevorzugt in der Nähe des Kleiderschranks auf, während die andere in Küchen und Vorratskammern ihr Unwesen treibt. Außerdem fliegt die Lebensmittelmotte im Gegensatz zur Kleidermotte sehr wenig. Besonders befruchtete Weibchen legen nur sehr kurze Strecken im Flug zurück. Sie bewegen sich eher krabbelnd und hüpfend fort. Die in Deutschland am weitesten verbreiteten Lebensmittelmotten sind Dörrobstmotten (Plodia interpunctella ) und Mehlmotten (Ephestia kuehniella). Die Körperlänge der Falter beträgt zwischen 8 und 14 mm. Die Dörrobstmotte ist in der Regel rotbraun bzw. bronzefarben. Die Mehlmotte ist eher gräulich. Die Larven der Motte sind etwas größer als die Falter. Kurz vor der Verpuppung sind sie etwa 10 bis 20 mm lang. In der Regel sind diese Larven weiß mit einer bräunlichen Kopfkapsel. Je nachdem, was sie essen, können sie aber auch rötlich oder grünlich wirken.

Lebensmittelmotten legen ihre 200 bis 400 Eier in Nahrungsmitteln ab. Bei 25 °C Raumtemperatur schlüpfen aus diesen Eiern nach ca. 5 Tagen die Motten-Larven, die sich dann etwa einen Monat

lang durch die Lebensmittel fressen, ehe sie sich ein dunkles Eck suchen, um sich für etwa 9 Tage zu verpuppen. Die fertigen Falter, die aus der Verpuppung schlüpfen, leben zwei bis drei Wochen.

Sie fressen nicht mehr, legen aber ihrerseits wieder Eier in den Nahrungsmitteln ab. Zu den Leibspeisen der Motte zählen zum Beispiel Mehl, Nüsse, Gewürze, Müsli, Trockenobst und Schokolade.

Bekämpfung von Lebensmittelmotten

Es gibt unterschiedliche Anzeichen für einen Mottenbefall in der Küche. Möglicherweise entdecken Sie die Falter selbst, die durch die Küche fliegen und krabbeln oder Sie finden Nahrungsmittel, in denen sich kleine Eier und Ausscheidungen befinden oder die mit Spinnfäden überzogen sind. Besonders eklig ist es, wenn sich die Larven der Motte bereits durch die Schokolade oder das Mehl fressen. Alle diese Fälle sind deutliche Indien für Lebensmittelmotten. Doch was ist zu tun, bei einer derartig unappetitlichen Entdeckung?

Einzelne Tiere entfernen

Wenn Sie ein einzelnes Tier bemerken, dass durch Ihre Küche flattert, ist das noch kein Grund zur Besorgnis. Fackeln Sie nicht lange und saugen Sie den Falter einfach weg oder entfernen Sie ihn

Nahrungsmittel auf Befall kontrollieren

Zur Sicherheit sollten Sie in diesem Fall aber dringend alle Ihre Küchenschränke und Lebensmittelvorräte auf Motten-Spuren untersuchen. Versuchen Sie den Befallsherd ausfindig zu machen und entfernen Sie diesen umgehend.

Betroffene Lebensmittel entsorgen

Lebensmittel, die sichtlich vom Mottenbefall betroffen sind, sind ungenießbar und müssen so schnell wie möglich entsorgt werden. Die Tiere verunreinigen die Lebensmittel durch ihre Eier,
Ausscheidungen und die Rückstände ihrer Verpuppung. Da die Raupen der Lebensmittelmotte teilweise Pilze und Milben bei sich tragen, kann der Verzehr befallener Lebensmittel im schlimmsten Fall Haut- und Magen-Darm-Krankheiten verursachen oder Allergien auslösen.

Lebensmittel einfrieren oder erhitzen

Nachdem Sie die direkt befallenen Lebensmittel entsorgt haben, sollten Sie vorsichtshalber auch die Nahrungsmittel, die keinen offensichtlichen Befall aufweisen entweder im Ofen auf 60 bis 80°C
erhitzen oder für eine Woche einfrieren, um eventuelle Keime, Eier und Maden zu töten.

Küchenschränke reinigen

Nach dem Entfernen aller Tiere und befallenen Lebensmittel, sollten Sie Ihre Küche gründlich reinigen. Küchenschränke, Regale und Ecken sollten gründlich abgesaugt werden. Bei unlackierten Möbeln, kann auch ein Fön für ein paar Minuten an schlecht erreichbare Ecken und Winkel gehalten werden, die heiße Luft tötet eventuell vorhandene Eier, Puppen und Maden. Zum Auswischen der Schränke eignet sich am besten Essigwasser.

Kontrolle durch Pheromonfallen

Im Fachhandel sind Klebefallen erhältlich, die die männlichen Motten durch den weiblichen Lockstoff Pheromon anlocken. Die Männchen bleiben an den Fallen kleben. Solche Klebefallen eignen sich eher zur Kontrolle des Mottenbefalls in der Küche als zur Bekämpfung. Zwar sterben mit dieser Methode die männlichen Motten und können die Weibchen nicht mehr befruchten, allerdings könnten sich durchaus auch schon weitere Mottengenerationen im Ei- oder Madenstadium in Ihren Lebensmitteln befinden.

Bekämpfung mit Schlupfwespen

Besonders effektiv ist die Bekämpfung durch den Einsatz von Schlupfwespen. Auch diese sind im Fachhandel erhältlich. Es klingt erst einmal befremdlich, sich bei Befall eines Schädlings noch eine weitere Insektenart in die Küche zu holen. Es ist allerdings gar nicht so komisch wie es klingt. Schlupfwespen sind sehr klein, etwa 4mm lang. Diese winzigen Wespen legen ihre Eier in den Motteneiern ab und vernichten diese. Die Schlupfwespen verschwinden ganz von selbst, sobald es keine Motteneier mehr gibt. Kurzzeitig haben Sie dann also zwei unterschiedliche Insektenarten in der Küche, dafür sind dann aber bald insektenfrei. Das lohnt sich. Zumal dies eine natürliche Art der Schädlingsbekämpfung ist, die ohne Chemie auskommt.

Insektenstrips und -sprays

Wer sich trotzdem vor dem Einsatz der Schlupfwesen als natürlichem Mottenfeind scheut, der kann auch auf chemische Mittel zurückgreifen. Im Handel sind eine Reihe von Insektenstrips und Insektensprays erhältlich, die gut wirken. Der Einsatz solcher chemischen Insektizide ist jedoch gesundheitlich nicht unbedenklich. Was die Motten vernichtet, kann auch für den Menschen giftig sein.

Kammerjäger

In den allermeisten Fällen lassen sich Lebensmittelmotten mit den genannten Methoden sehr gut selbst bekämpfen. Die Hilfe eines Kammerjägers wird selten benötigt. In ganz schlimmen Fällen kann aber natürlich ein professioneller Insektenvernichter weiterhelfen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Motten

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Dörrobstmotte (Plodia Interpunctella)

Natürlich ist niemand vor Lebensmittelmotten gefeit. Die Motten sind nicht unbedingt ein Zeichen für mangelnde Hygiene in der Küche oder im Vorratsraum. In den meisten Fällen werden die Tiere vom Einkauf mit nach Hause gebracht. Dennoch kann man auch vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Lebensmittel richtig lagern

Motten mögen feuchte und warme Räume ganz besonders. Deshalb kann es helfen, die Küche oder die Vorratskammer regelmäßig zu lüften und Nahrungsmittel in verschließbaren Gefäßen kühl und trocken zu lagern.

Zuflug vermeiden

In den seltensten Fällen fliegen die Motten von draußen zu. Sie gelangen weitaus häufiger mit eingekauften Lebensmitteln in die Wohnung. Trotzdem kann man sich vor einem eventuellen Zuflug der Tiere schützen, indem man Fliegengitter an den Küchenfenstern anbringt und darauf achtet, abends und nachts nicht bei eingeschaltetem Licht zu lüften. Denn Licht zieht Motten bekanntlich an.

Beim Einkauf auf unbeschädigte Lebensmittelverpackungen achten

Die Maden der Lebensmittelmotten können sich durch Verpackungen aus Pappe, Papier oder Folie fressen. Kontrollieren Sie beim Einkauf, ob die Verpackungen der Nahrungsmittel unversehrt sind, anderenfalls kann es passieren, dass die Motten schon in der Schokolade oder im Mehl warten und Sie sich die Schädlinge mit dem Einkauf ins Haus holen.

Lebensmittelvorräte regelmäßig kontrollieren

Um einen eventuellen Befall Ihrer Nahrungsmittel durch Motten frühzeitig zu erkennen, sollten Sie Ihre Lebensmittel regelmäßig auf Gespinste und Würmchen absuchen. Je früher Sie die Schädlinge bemerken, desto leichter lassen diese sich entfernen.

Keine große Vorratshaltung anlegen

Achten Sie darauf, nicht unnötig eine große Vorratshaltung anzulegen. Kaufen Sie lieber Mengen, die Sie zeitnah verbrauchen.

Vertreibende Düfte

Den Duft von Lavendel, Nelken und Patschuli mögen die Mehl- und Dörrobstmotten gar nicht. Vorbeugend können Sie deshalb entsprechende Duftöle in den Küchenschränken einsetzen, um die Schädlinge fernzuhalten.

Über den Autor

Tobias Breyer ist Dipl.Designer und arbeitet seit über 12 Jahren selbstständig in der Medienbranche. Vor 4 Jahren gründete er mit seinem Partner Frank Schultz die erfolgreiche Berliner Werbeagentur Bei Freunden.