Achtung Herzinfarkt – Risikofaktoren erkennen

Risikofaktoren rechtzeitig erkennen und vorbeugen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Rund 300.000 Menschen erleiden pro Jahr einen akuten Herzinfarkt, 2011 verstarben laut Statistischem Bundesamt 52.000 Betroffene daran. Ursache ist meist eine Koronare Herzkrankheit, bei der die Gefäße durch Arteriosklerose verengt sind. Doch gerade hier kann man wirksam vorbeugen und Risiken verringern.

Tipp: Expertenvideo

WebTV-Interview zum Thema „Pulsgesundheit“ mit Dr. med. Norbert Smetak, niedergelassener Facharzt für Innere Medizin in einer Gemeinschaftspraxis in Kirchheim, Schwerpunkte Kardiologie und Angiologie. Schirmherr der Initiative Pulsgesund, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) e.V.  [zum Video]

Auf Gewicht und Puls achten

Wenn auch Faktoren wie Lebensalter, Geschlecht oder genetische Veranlagung nicht beeinflusst werden können, so hat man andere Risiken selbst in der Hand: Besonders gefährlich ist Rauchen, dazu kommen Diabetes und Bluthochdruck, die wiederum durch Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung begünstigt werden. Neben dem Verzicht auf Zigaretten und Co. gehören deshalb regelmäßiger Sport und bewusstes Essen zu den effektivsten Vorbeugemaßnahmen. Außerdem sollte man auf seinen Puls achten, denn ein erhöhter Ruhepuls gilt als wichtiger Risikofaktor bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade wenn der Herzmuskel bereits geschwächt ist, kann das die Infarktgefahr steigern. Normalerweise liegt die Pulsfrequenz bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute, bei Patienten mit Herzschwäche sollte sie möglichst bei 55 bis 60 eingestellt werden. „Neben sogenannten Betablockern und speziellen Calcium-Antagonisten gibt es mit Ivabradin seit 2007 einen speziellen Pulssenker, der ausschließlich auf den Puls einwirkt“, erklärt dazu Dr. med. Norbert Smetak, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie aus Kirchheim und Schirmherr der Initiative Pulsgesund. Zusätzlich macht es Sinn, einen erhöhten Puls unterstützend auch durch regelmäßige Bewegung zu regulieren.

Mittelmeerkost fürs Herz

Für eine gesunde und gewichtsbewusste Ernährung empfiehlt der Experte außerdem die sogenannte Mittelmeerkost – Tipps und Informationen dazu auch unter www.pulsgesund.de. Diese ist durch die Verwendung von „guten“ Fetten mit vielen ungesättigten Fettsäuren gekennzeichnet. Hinzu kommen reichlich Obst, Salate und knackiges Gemüse.

Herzinfarkt – was tun?

Bei einem akuten Herzinfarkt ist Zeit der entscheidende Faktor. Zeigen sich bei jemandem verdächtige Symptome wie Brustschmerzen (auch in Arme, Bauch und Rücken ausstrahlend), starke Brustenge, kalter Schweiß, Atemnot, Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Angst, sollte man nicht zögern, sondern sofort den Notruf wählen und den Verdacht auf Herzinfarkt mitteilen.

Bis zum Eintreffen des Notarztes den Patienten mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern, enge Kleidung öffnen und beruhigend einwirken. Bei Herzstillstand sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.