Geheimtipps für Wanderer – Der Natur auf der Spur

Qualitätsrouten, Premiumwege und Geheimtipps für Wanderer

Wandern ist die Urform des Reisens – und eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Nach einer Erhebung des Ifak Instituts gingen im Jahr 2013 über 60 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren mehr oder weniger häufig wandern. Vor allem Menschen, die im Alltag viel sitzen, wollen ihre freie Zeit aktiv verbringen. Die Mischung aus körperlicher Herausforderung, Naturgenuss und anschließender Erholung macht den besonderen Reiz von ein- oder mehrtägigen Touren aus. Besonders beliebt sind dabei Strecken durch reizvolle Landschaften, die außer gut ausgebauten Wegen auch weitere Attraktionen bieten.

Entdeckertipp: Weserbergland-Weg

Schlösser und Burgen mit jahrhundertelanger Geschichte, farbenfrohe Fachwerkstädte, Hochmoore und tiefe Wälder: Auf dem 225 Kilometer langen Weserbergland-Weg ist für viel Abwechslung gesorgt. Ausgezeichnet mit dem Siegel “Wanderbares Deutschland” verläuft der Qualitätsweg vom Ursprung des Flusses in Hann. Münden bis nach Porta Westfalica. Jetzt wird es noch einfacher, dem grünblauen Routenlogo zu folgen – mit einer guten Vorbereitung am heimischen PC. Möglich macht dies die interaktive Karte auf www.weserberglandweg.de. Der Routenplaner bietet den detaillierten Wegeverlauf, Höhenprofile und Empfehlungen für wanderfreundliche Unterkünfte – somit alles, was zu einer gründlichen Vorbereitung der 13 Etappen notwendig ist. Die Urlauber können sich vorab über die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke informieren und erhalten zudem so manchen Entdeckertipp.

Luchstour im Harz

Luchse sind scheue Waldbewohner, die der Wanderer normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. Eine Ausnahme bildet aber das Freigehege bei Bad Harzburg: Hier können große und kleine Besucher die seltenen Großkatzen aus der Nähe sehen und von einer Beobachtungsplattform aus bei den öffentlichen Fütterungen zuschauen. Mitarbeiter des Nationalparks Harz erläutern dabei ihr erfolgreiches Auswilderungsprojekt. Die “Luchstour“ ist einer von fünf neu konzipierten Themenwegen. Die Kästeklippentour etwa führt auf eine 600 Meter hohe Klippenformation, von der man eine beeindruckende Aussicht genießen kann. Sportliche Urlauber erklimmen auf dem Teufelsstieg den Brocken, während Genusswanderer den Eckerstausee umrunden. Unter www.bad-harzburg.de gibt es weitere Informationen zu den Themenwegen, GPS-Tracks zum Download und Komplettangebote mitsamt Wellness in der Sole-Therme.

Auf dem Schinderhannespfad durch den Taunus

Eine vielseitige Wanderregion liegt direkt vor den Toren Frankfurts am Main: Der Taunus ist eine abwechslungsreiche Landschaft mit zahlreichen Zeugnissen einer bewegten Geschichte. Auf dem 146 Kilometer langen Schinderhannespfad können Wanderer den Spuren des berüchtigten Räubers durch den gesamten Taunus folgen. Der neu beschilderte und benannte Taunus-Schinderhannes-Steig erhielt erst vor kurzem das Qualitätssiegel “Qualitätsweg Wanderbares Deutschland”. Die 38 Kilometer lange Teilstrecke von Kelkheim bis Weilrod ist besonders durch ihre zahlreichen Fernblicke und das auch “Perle der Nassauischen Schweiz” genannte Eppstein bekannt. Mehr Informationen gibt es unter www.taunus.info. Der Weiltalweg führt entlang des Flusses Weil durch beschauliche Ortschaften und schöne Natur, während der Limeserlebnispfad den Besucher in die Zeit der römischen Legionen versetzt. Über 30 Kilometer folgt er dem Verlauf des Taunuslimes, der als einer der schönsten Abschnitte des römischen Grenzwalls gilt. Höhepunkt am Weg ist die Saalburg bei Bad Homburg – das einzige vollständig restaurierte Römerkastell in Deutschland und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Limes.

Qualitätswandern im Taubertal

Das Liebliche Taubertal hat viele reizvolle Seiten. Besonders gut lässt sich die fränkische Ferienregion auf Schusters Rappen erkunden, ob auf Strecken- oder Rundwanderungen, auf Pilger- oder Themenwegen. Fast ein Muss für Urlauber sind Wanderungen entlang des Panoramawegs Taubertal, denn die seit 2012 als “Qualitätsweg Wanderbares Deutschland” zertifizierte Route verknüpft eine Fülle von kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten. Unter www.liebliches-taubertal.de sowie unter www.WanderSüden.de können sich Interessierte informieren und orientieren. Auf rund 130 Kilometern führt der Panoramaweg in fünf Etappen von Rothenburg ob der Tauber bis Freudenberg am Main und zeigt die ganze Schönheit der vom Flusslauf der Tauber geprägten Landschaft. Es geht durch Wälder und Wiesen, entlang malerischer Weinberge, durch idyllisch gelegene Weindörfer und reizvolle Kleinstädte. Dort finden Wanderer auch Übernachtungsmöglichkeiten. Dank der guten Anbindung an die Bahn und den regionalen Busverkehr können Wanderfreunde die Tagesetappen individuell planen und verkürzen.

Hohenlohe: Auf den Spuren des ersten Wanderers

Hohenlohe im Nordosten Baden-Württembergs ist durch die Zwillingsflüsse Kocher und Jagst, die Hochfläche der Hohenloher Ebene und die Höhenzüge des Schwäbisch-Fränkischen Waldes geprägt. Eine lohnenswerte Strecke ist etwa der Georg-Fahrbach-Weg, benannt nach dem Gründer der Europäischen Wandervereinigung, der wegen seines vorbildlichen Engagements für die Wanderbewegung als “Erster Wanderer Deutschlands” bezeichnet wird. Der 120 Kilometer lange Fernwanderweg führt in sechs Tagesetappen vom Hohenloher Land durch den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ins Remstal und mündet im lauschigen Weindorf Uhlbach, das bereits zur Landeshauptstadt Stuttgart gehört. Mehr Informationen zu diesen und weiteren Wanderrouten in der Region Hohenlohe sowie GPS-Daten zum Download gibt es unter www.hohenlohe.de oder www.WanderSüden.de. Viel zu erleben und zu entdecken gibt es auch auf dem Kulturwanderweg Jagst. Die acht abwechslungsreichen Etappen sind zwischen zehn und 16 Kilometer lang und lassen Wanderfreunden genügend Zeit für Besichtigungen.

Auf der Murgleiter durch den Schwarzwald

Hoch und wieder hinunter, zu Gipfelfelsen, stillen Mooren, klaren Bergseen und urigen Fachwerkdörfern, entlang steiler Waldhänge und durch liebliche Auen: Die Murgleiter ist ein Wanderschmankerl, auf der Urlauber die landschaftliche Schönheit des nördlichen Schwarzwalds entdecken können. Der 110 Kilometer lange Premiumwanderweg – einer der am besten zertifizierten Wanderwege Deutschlands – folgt dem Murgtal von Gaggenau über Gernsbach, Forbach und Baiersbronn bis zur Quelle des Flusses Murg kurz unterhalb der Bergspitze des Schliffkopfs. Unter www.murgleiter.de gibt es weitere Informationen. Die wildromantische Route können Urlauber in fünf Tagesetappen erwandern. Da der Weg gut an die Murgtal-S-Bahnstrecke angebunden ist, können auch weniger Geübte die Wanderstiefel schnüren. Zu sehen gibt es unterwegs viel: kleine von Tiroler Einwanderern erbaute Heuhütten, die größte freitragende, überdachte Holzbrücke Europas in Forbach und die Schwarzenbach-Talsperre.

Toskana in Ostbayern

Eine der schönsten und noch relativ unbekannten Naturlandschaften Bayerns liegt zwischen Nürnberg und Regensburg. Die Juralandschaft entstammt einem riesigen Meer, das die Region vor 200 Millionen Jahren bedeckte. Heute prägen Wacholderheiden, karstige Felsen, Tropfsteinhöhlen und eng eingeschnittene Flusstäler ihr Bild. Naturbelassene Wege laden ein, zu Fuß durch diese wildromantische Gegend zu streifen. Besonders hervorzuheben sind die drei Qualitätswege Jurasteig, Zeugenbergrunde und Erzweg. Die ausgezeichneten Routen bestechen durch ihre beeindruckende Naturschönheit sowie die sehenswerten kulturhistorischen Stätten. Unter www.bayerischerjura.de gibt es weitere Informationen. Der rund 30 Kilometer lange Wacholderwanderweg im Amberg-Sulzbacher Land verläuft in zwei Etappen von Schmidmühlen bis Kastl. Romantische Bachläufe, duftende Trockenrasen mit Orchideen und Wacholderbüschen und Schafherden prägen das Gesicht dieser Landschaft, die an die Toskana erinnert.

Wiener Alpenbogen: Paradies der Blicke

Nur etwa eine Stunde in Richtung Süden von der Großstadt Wien entfernt erheben sich die Wiener Alpen. Wie ein kleines Abbild des europäischen Alpenbogens präsentiert sich dieser Naturraum: An die sanften Hügel der Buckligen Welt reiht sich die Almenlandschaft am Wechsel, gefolgt von Semmering mit seinen eleganten Villen und der berühmten Semmeringbahn. Der Gebirgszug spannt sich weiter über die hochalpinen 2.000er Rax und Schneeberg, bis hin zum Plateau der Hohen Wand. Auf dem neuen Wiener Alpen-Wanderweg etwa lässt sich jetzt sogar der ganze kleine Alpenbogen durchwandern. Unter www.wieneralpen.at gibt es weitere Informationen und Routenvorschläge. Den spektakulärsten Aussichtsplatz in den Wiener Alpen finden Wanderer auf der Hohen Wand: Vom neuen “Skywalk” hoch über dem Abgrund schauen sie über die Hügelregion Bucklige Welt. Damit Wanderer dieses Paradies der Blicke voll und ganz erleben können, machen “Blickplätze” entlang des neuen Wanderweges auf die schönsten Aussichten aufmerksam.

Wanderurlaub: Hüttenromantik oder Sternebett

Wanderer ist nicht gleich Wanderer. Gerade diejenigen, die gerne mehrere Tage zu Fuß unterwegs sind, lassen sich in verschiedene Typen einteilen: Puristen reicht nach einem intensiven Tag in der Natur eine Brotzeit plus Sonnenuntergang auf einer urigen Berghütte. Anspruchsvolle Genießer füllen ihre Energiedepots dagegen lieber bei einer Massage, in der Sauna und mit einem mehrgängigen Menü auf. Wanderreisespezialisten wie etwa Eurohike haben für jeden Typ die passende Tour im Programm: von einsteigerfreundlichen Wanderreisen bis zu anspruchsvollen Bergtouren und Trekkingabenteuern in ganz Europa. Ob von Meran zum Gardasee oder auf der Tour “Salzburger Gipfel und Kitzbüheler Alpen”: Wer mit einem Wanderspezialisten “on tour” geht, braucht sich um organisatorische Details nicht zu kümmern und kann sich auf eine Extraportion Genuss freuen. Wanderurlauber, die auf Hüttenromantik verzichten und lieber stilvoll ruhen möchten, finden in der neuen Kategorie “Wandern mit Charme” eine Auswahl an Reisen, bei denen die Unterkünfte in den Etappenorten mit Augenmerk auf ein besonderes Ambiente ausgewählt wurden. Unter www.eurohike.at gibt es weitere Informationen dazu.

Impressionen zum Wandern