Dessoustrends im Herbst und Winter 2014/2015

Grauer Himmel, kühle Temperaturen: Im Herbst und Winter tut es einfach gut, sich etwas Schönes zu gönnen. Zum Beispiel Dessous aus der aktuellen Herbst- und Winterkollektion. Die Wäschedesigner haben einiges getan, um der trüben Jahreszeit ein paar Farbtupfer zu verpassen. Höschen und BHs aus edler Spitze oder glatter Seide zeigen sich in sanft schimmerndem Gold, aufregendem Rot und edlem Saphirblau. Die Kollektionen sind vielseitig wie immer und halten für alle Gelegenheiten das Passende bereit – ob glamourös, rockig, exotisch, verspielt, klassisch oder elegant.

Aufregendes Spiel mit transparenten Stoffen

Insgesamt geht der Trend zu hochwertigen Materialien, die einen Hauch Eleganz verströmen. Transparenter Tüll in Kombination mit Spitze, glänzender Seide und anschmiegsamem Satin: Das Spiel aus transparenten und blickdichten Stoffen macht Höschen, Korsagen, BHs und Hemdchen zu etwas Besonderem. Die neuen Modelle sind viel zu schade, um sie unter dicken Pullovern und Stoffschichten zu verstecken. Perfekt abgestimmt auf das Oberteil, darf der BH schon mal durchschimmern oder hervorblitzen und dem Outfit so das gewisse Extra geben.

Von Retrostil bis Romantik-Look

Warme Beerentöne bleiben bei den Dessous weiterhin angesagt – hier ein Modell von Marie Jo. – Foto: Hans van Brakel/Marie Jo

Oft zieren aufwendige Stickereien, Spitzenapplikationen, Schleifen oder kleine Strassdetails die Dessous. Tragekomfort wird trotz aller Raffinesse großgeschrieben. So kommen viele Bustiers und Slips ohne Nähte daher und sorgen für seidenglatte Oberflächen, die sich sanft an den Körper schmiegen. Die Formen gefallen vor allem im Retrostil der 50er Jahre mit etwas mehr Stoff, vielen Taillenslips und Miedern. Strings und Brazilians bleiben allerdings ebenso angesagt, gerne kombiniert mit Strapsen. Ein Newcomer, der schon einmal vor Jahren en vogue war, ist der Body, der nun hauptsächlich als Neckholder getragen wird.

Der Bestseller “Shades of Grey” hat übrigens auch in der Lingerie-Mode seine Spuren hinterlassen. So finden sich inzwischen viele schwarze und durchsichtige Modelle mit Lederverzierungen oder Schnürungen. In eine andere Richtung steuert der Trend zu Blümchenmustern. Der florale Mustermix – mit Rüschen oder Schleifen verziert – erscheint fröhlich bunt und ist vor allem für romantische Frauen das Richtige. Wer sportliche Modelle bevorzugt, findet schöne unifarbene Modelle oder Stücke in Karo-, Tupfen- und Streifenmustern.

Schimmernde Edelsteinfarben

Zu schön zum Verstecken: Die aktuellen Dessous – etwa von Palmers – sind aufregend und elegant. – Foto: Roman Keller/Palmers

Zu den edlen Materialien passen Edelsteinfarben wie Smaragdgrün, Saphirblau, Amethyst und Rubinrot. Vor allem aber schimmerndes Gold gehört in dieser Saison zu den It-Farben, daneben glänzen Zinn und Silber. Warme Beerentöne und Orangenuancen fehlen in der winterlichen Farbpalette ebenso wenig wie klassisches Creme und Schwarz. Grün zeigt sich ebenso wie Rot in allen Schattierungen. Wahre Hautschmeichler sind pudrige Töne wie Rosé und Beige. Die Farben gefallen pur oder im Farbmix. So sorgen farbige gerüschte Träger und Spitzensäume an Höschen – Ton in Ton oder in Schwarz – für Abwechslung.

Nicht ohne Shapewear

Ein wahrer Dauerbrenner ist Shapewear, die Bauch, Taille, Hüften, Po und Beine formt. Viele Frauen tragen diese Figurschmeichler regelmäßig – ob als Taillenslip oder Bodydress. Obwohl die Shapewear Pölsterchen wegmogelt, muss sie sich nicht verstecken. Inzwischen gibt es die Teile in einer großen Material-, Farben- und Mustervielfalt. Farblich gefallen sie in dieser Saison vor allem in Schwarz, dunklem Rot und Nachtblau.

100 Jahre BH

Spitzenapplikationen sorgen auch bei schlichteren Modellen – hier von United Colors of Benetton – für das gewisse Extra. – Foto: G. Rustichelli/FABRICA/United Colors of Benetton

Übrigens: Vor 100 Jahren wurde der BH in den USA erstmals offiziell zum Patent angemeldet. Der Prototyp der Amerikanerin Mary Phelps Jacob bestand aus zwei seidenen Taschentüchern und rosa Bändern. In den folgenden Jahrzehnten wurde der BH den Bedürfnissen des weiblichen Körpers angepasst und so designt, dass die Vorzüge der Weiblichkeit ins rechte Licht gerückt werden. Heute werden in Deutschland jährlich rund 45 Millionen BHs verkauft. Wer mehr über die Geschichte des BHs erfahren möchte, hat noch bis zum 15. Februar 2015 Zeit, die Ausstellung “Body Talks – 100 Jahre BH” im Museum für Kommunikation in Frankfurt zu besuchen. Die Ausstellung zeigt mehr als 100 Korsagen, Bikinis und Wonderbras aus 100 Jahren BH-Geschichte.