Bericht Expertenchat “Kniearthrose“ am 20.11.2014

Große Ratgeberaktion zum Thema Gelenkgesundheit per Chat mit führenden Experten

Arthrose ist in Deutschland die am meisten verbreitete Gelenkerkrankung. Oftmals ist das Knie betroffen. Die Ursachen und Symptome der Erkrankung sind sehr unterschiedlich – und auch die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nicht nur nach dem Stadium der Arthrose, sondern auch nach individuellen Kriterien wie dem Alter und der Belastbarkeit des Betroffenen. Viele Fragen im Zusammenhang mit der Kniearthrose wurden den Experten im Chat auf www.experten-im-chat.de/kniearthrose gestellt.

Im Chat saßen

Professor Dr. med. Stefan Weiss, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Leitender Arzt der ARCUS Sportklinik Pforzheim, Behandlungsschwerpunkte: Knie- und Hüftgelenk, operative Schwerpunkte: Kniegelenks- und Hüftgelenksendoprothetik.

Professor Marina Fuhrmann M.Sc. (USA), Osteopathin, Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Wiesbaden. 1. Vorsitzende und Gründerin des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V., Mitherausgeberin der „DO – Deutsche Zeitschrift für Osteopathie“, Professorin für Osteopathie an der Hochschule Fresenius in Idstein.

Christoph Andersch, Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Arthrose im Knie – wann muss man operieren?

Bei Kniearthrose gibt es heute viele moderne Behandlungsmöglichkeiten. Betroffene sind häufig unsicher, wann die Beschwerden so stark sind, dass eine Operation unumgänglich wird. Dazu Professor Dr. med. Stefan Weiss: „Eine Operation ist dann sinnvoll, wenn die Tabletteneinnahme bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose sehr regelmäßig wird, wenn die Tabletten zu Nebenwirkungen führen oder nicht vertragen werden und wenn die Funktion des Gelenks leidet, beispielsweise durch starken Muskelabbau oder Bewegungseinschränkungen.“ Bis dahin sollte man versuchen, die Beweglichkeit und die Muskulatur des Gelenks so gut wie möglich zu erhalten, etwa durch Krankengymnastik, Ergometer, Crosstrainer oder Fitnessstudio.

Hyaluronsäuretherapie bei einem beginnenden Arthrosestadium

Bei einem beginnenden oder fortgeschrittenen Arthrosestadium sei beispielsweise die Hyaluronsäuretherapie mittlerweile eine etablierte Behandlung, so Professor Weiss. In diesen Stadien, wenn noch nicht komplett Knochen auf Knochen reibe, gebe es dafür auch schon gute wissenschaftliche Studien: „Die durch Arthrose bedingten Beschwerden konnten demnach dadurch verbessert werden.“ Bei fortgeschrittener Arthrose werde diese Therapie auch durchgeführt, dann seien die Ergebnisse aber meist nicht mehr so gut.

Wenn bei einer Kniearthrose der Einsatz eines neuen Kniegelenks unumgänglich ist, dauert der stationäre Aufenthalt meist etwa ein bis zwei Wochen.„Mit dem Treppensteigen wird ab dem dritten oder vierten postoperativen Tag bereits wieder begonnen“, erklärt Professor Weiss. Die Reha dauere meist drei Wochen, eine Verlängerung sei unter Umständen möglich: „Die meisten Patienten können aber nach der Reha schon wieder gut Treppen steigen und sich zu Hause selbst versorgen.“

Osteopathie als Option bei Kniearthrose

Die Osteopathie kann auch bei Gelenksproblemen eine alternative Therapieform darstellen beziehungsweise andere Therapien und Maßnahmen sinnvoll ergänzen. Die myofaszialen Verbindungen, die auch die Organe und Wirbelsäule mit einschließen, sind wichtig für eine Verbesserung der Kniesymptomatik. Und durch die osteopathische Behandlung wird die Durchblutung des Knorpels verbessert – ohne den Einsatz von Medikamenten. Professor Marina Fuhrmann M.Sc. (USA): „Der Osteopath untersucht den ganzen Körper nach Bewegungseinschränkungen, die eventuell zu Fehlbelastungen innerhalb des Gelenkes führen können.“ Der Osteopath könne also gegebenenfalls auch andere blockierte Körperregionen entdecken, jenseits des Kniegelenkes. Wichtig für das Kniegelenk, so Professor Fuhrmann, seien generell eine ausreichende Bewegung, muskelkräftigende Übungen und Dehnungen, die professionell vermittelt werden. Ist Arthrose vererbbar? „In manchen Familien gibt es tatsächlich eine erbliche Dominanz von Arthrosen“, so Professor Fuhrmann. Aber das müsse nicht jeden treffen, Vorbeugen sei die beste Therapie.

Arthrose als Ursache für Berufsunfähigkeit

Eine Arthrose kann letztlich auch dazu führen, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Für den Fall der Fälle sollte man deshalb mit dem Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen. „Grundsätzlich ist die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente abhängig vom durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen der letzten drei Jahre“, erläutert Christoph Andersch von den Ergo Direkt Versicherungen. Die Höhe sollte in der Regel etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoarbeitseinkommens abdecken. Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, so Andersch, würden in aller Regel dann fällig, wenn man seinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen mindestens sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben könne: „Als Nachweis für diese Voraussetzungen ist eine fachärztliche Einschätzung beziehungsweise Bescheinigung erforderlich.“ Besonders in jungen Jahren beziehungsweise bei Berufseinsteigern sei es sehr wichtig, frühzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. „Je höher das Eintrittsalter ist, desto höher sind die zu zahlenden Beiträge und zusätzlich besteht die Gefahr, dass Erkrankungen hinzukommen, welche nur zu erschwerten Bedingungen versichert werden können“, erläutert der Versicherungsexperte.

Infokasten

www.ergodirekt.de (Seite des Direktversicherers Ergo Direkt Versicherungen. Zur Produktpalette zählt auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung.)

www.sportklinik.de (Seite der ARCUS Kliniken Pforzheim. Sportverletzungen und degenerative Gelenkerkrankungen sind die Behandlungsschwerpunkte der Kliniken.)

www.osteopathie.de (Seite des Verbandes der Osteopathen Deutschland e.V. Hier gibt es viele Informationen zur Osteopathie und eine Liste mit erfahrenen und gut ausgebildeten Osteopathen.)