Ernährungstrends: Von “Clean Eating” bis “Infinite Food”

Weniger ist mehr: Beim Trend "Infinite Food" verteilen sich viele kleine Mahlzeiten rund um die Uhr - auch unterwegs. - Foto: djd/eismann/shutterstock
Weniger ist mehr: Beim Trend "Infinite Food" verteilen sich viele kleine Mahlzeiten rund um die Uhr - auch unterwegs. - Foto: djd/eismann/shutterstock

Der Wunsch nach Individualität hat längst auch in die heimischen Küchen Einzug gehalten. Der starke Trend zu vegetarischer oder veganer Ernährung bildet nur den Anfang. Je ausgefallener, umso besser, und bloß kein Einheitsbrei: So scheint das Motto der Food-“Junkies” zu lauten. Hier ein Überblick über acht besonders angesagte, bisweilen auch etwas ausgefallene Trends.

Veggie-centric (Gemüse im Mittelpunkt)

Gemüse ist das neue Fleisch – es spielt die Hauptrolle auf dem Teller, während Fleisch und Fisch als Eiweißlieferant nur noch Nebendarsteller sind. Ein Vorteil für viele, die sich gesünder ernähren möchten: Dieser Trend ist nicht nur etwas für Vegetarier.

Infinite Food (unbegrenztes Essen)

Weniger ist mehr, so könnte hier das Motto lauten. Bei diesem Trend verteilen sich viele kleine Mahlzeiten rund um die Uhr. Infinite Food findet immer mehr Fans, gerade bei Großstädtern. Schließlich sind in der Stadt gesunde Snacks jederzeit und fast überall verfügbar. Auf Wochenmärkten wird man ebenso fündig wie an den angesagten Street-Food-Ständen. Ein Tipp von Marga Hamacher, Ernährungsexpertin bei eismann: “Einfach zuhause eine Snackbox mit Gemüsesticks und Nüssen für unterwegs vorbereiten oder kleine Mahlzeiten vorkochen und ins Büro mitnehmen.”

Re-use Food (Wiederverwendung von Essen)

Schluss mit der Verschwendung von Nahrungsmitteln: Beim Trend Re-use Food wird nichts weggeworfen. Der Reis im Kühlschrank von vorgestern wird zum Beispiel zu einer neuen Mahlzeit mit Gemüse und anderen Zutaten kombiniert. Ein Tipp dazu: Sind nur ein oder zwei Zutaten vom gestrigen Mahl übrig geblieben, kann man zum Beispiel unter www.eatsmarter.de nach passenden Rezepten für genau diese Zutaten filtern. Andere Zutaten, die man gerade nicht im Haus hat, können bei der Suche ausgeschlossen werden.

Food Pairing (Essens-Paarung)

Gegensätze ziehen sich an, wie dieser Trend beweist. Bewusst werden hier Lebensmittel aufgrund ihrer Aromastoffe neu kombiniert, beispielsweise Schokolade mit Fleisch. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: “Die klassische Tomatensoße zu den Spaghetti etwa lässt sich bereits mit etwas Orangenschale aufpeppen”, so ein Tipp von Eismann-Expertin Marga Hamacher.

Hybrid Food (gemischtes Essen)

Einfach mal Neues wagen und bekannte Speisen kombinieren, das ist “Hybridessen”. Schon die Wortschöpfungen sind hier erstaunlich: Die Kreuzung aus Donut und Croissant heißt Cronut, die Verbindung aus Croissant und Bagel wird zum Cragel, die Bulette im Pita-Teig heißt künftig Bullita. “Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt: Alles ist erlaubt”, betont Marga Hamacher.

Sensual Food (sinnliches Essen)

Bei diesem Trend geht es darum, bewusster zu genießen, langsamer und mit mehr Genuss zu essen. Ein Vorteil: Dadurch setzt das Sättigungsgefühl schneller ein und man isst weniger, dafür aber gesünder.

Spiritual Food (geistiges Essen)

Die Verbindung aus Lifestyle und religiöser Ethik schafft einen alten neuen Ernährungstrend. Zu den Vorbildern zählen “halal” (erlaubt nach den muslimischen Speiseregeln) oder koscheres Essen (gemäß jüdischer Speiseregeln). Als “halal” etwa gelten alle pflanzlichen Lebensmittel, ausgenommen solche, die berauschend oder toxisch sind. Tabu sind Aas, Blut, Schweinefleisch und Berauschendes wie Alkohol.

Clean Eating (sauberes Essen)

Charakteristisch für diesen Trend ist die ausschließliche Verwendung von frischen, natürlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln ohne Zusatzstoffe. Farbstoffe, Aromastoffe oder sogar Geschmacksverstärker sind absolut tabu. Geprägt wird Clean Eating von vegetarischen Rezepten, dunklen Körnern und dunklen Weizennudeln, kombiniert mit Obst und Gemüse aus regionaler Herkunft, aber auch Fleisch und Fisch.