Bestattungen.de-Award 2014

Der Gewinner des Bestattungen.de-Awards 2014 steht fest. Der Waldfriedhof Lauheide in Münster wurde zum schönsten Friedhof Deutschlands gewählt. Zur Experten-Jury gehörten unter anderem Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch und der Generalsekretär des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Rainer Ruff. Die Preisverleihung erfolgte in diesem Jahr zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit dem 2. Friedhofskulturkongress in Bad Windsheim.

Prominente Jury wählt Waldfriedhof Lauheide in Münster zum schönsten Friedhof Deutschlands

Aus rund 40 nominierten Friedhöfen aus ganz Deutschland wählten die Jurymitglieder den Gewinner. „Teilweise fand ich es schwer, mich zu entscheiden, weil es so viele schöne und wohldurchdachte Friedhöfe sind“, verriet Jury-Mitglied Christine Stockstrom, Vorsitzende des Bundesverbands Trauerbegleitung. Zum Sieger und somit zum schönsten Friedhof Deutschlands wurde schließlich der Waldfriedhof Lauheide gekürt. Dieser zeichnet sich insbesondere durch seine abwechslungsreiche Vielfalt von 15 verschiedenen Grabarten aus, die sich harmonisch in den Wald einfügen. Als idyllischer und stimmungsvoller Landschafts- und Erholungsgarten bietet der Friedhof allen Besuchern einen Ort der Ruhe und Besinnung und beeindruckt zugleich als einzigartiger Naturschauplatz.

Platz zwei belegte der 1920 eröffnete Waldfriedhof in Bad Homburg von der Höhe. Auf diesem finden sich nicht nur Sondergräber für zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, sondern auch ein „Wald des Lichts“, der die Urnengräber im Sonnenlicht funkeln lässt. Nur knapp dahinter auf den dritten Platz schaffte es der Bergfriedhof Tübingen. Dieser überzeugt vor allem durch seine einfühlsamen und zukunftsorientierten Weiterentwicklungen: Führungen, Konzerte und Theateraufführungen sollen den Friedhof mit Leben füllen.

Fabian Schaaf-Mehta, Geschäftsführer von bestattungen.de betont, dass der Bestattungen.de-Award insbesondere den offenen Umgang mit der Bestattungskultur fördern soll: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den Friedhofszwang soll der Bestattungen.de-Award aufzeigen, wie vielfältig und einmalig die Friedhofslandschaft in Deutschland ist. Trauer ist zwar sehr individuell, aber nach wie vor spielt der Friedhof als zentraler Ort des Gedenkens eine wichtige Rolle für viele Menschen.“

Der Bestattungen.de-Award wird seit 2011 mit Unterstützung von Vertretern aus Kirche, Wissenschaft, Bestattungskultur und Hospizarbeit ein Mal im Jahr verliehen. Zu den prominenten Jurymitgliedern gehörten bisher u. a. Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland und Kardinal Karl Lehmann, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofkonferenz. Der Award zeigt als unabhängiger Branchenpreis auf, welche Vielfalt und individuellen Möglichkeiten im Rahmen einer Bestattung bestehen.

Friedhöfe – Top 5

1. Waldfriedhof Lauheide, Münster

  •  Der Friedhof wurde im Jahr 1942 offiziell eröffnet und umfasst auf 82 Hektar insgesamt 41.000 Gräber von Verstorbenen aller Konfessionen aus Münster und Telgte.
  • Entsprechend den geologischen Gegebenheiten wurden die 15 verschiedenen Grabformen in den Wald integriert, sodass sich die Begräbnisstätten harmonisch in die naturbelassene Landschaft einfügen.
  • Für sein Umweltmanagement von der Europäischen Union (nach EMAS) ausgezeichnet, bietet der Friedhof sowohl Führungen zu Grabstätten und dem Friedhof allgemein, als auch zu der heimischen Tierwelt und Botanik.

2. Waldfriedhof, Bad Homburg v. d. Höhe

  • Im Jahr 1920 wurde der erste Verstorbene auf dem ca. 9 Hektar großen Waldfriedhof beigesetzt. Die damals errichteten Gebäuden, stehen heute unter Denkmalschutz und gehen eine gelungene Verbindung mit den 2004 fertig gestellten Neubauten ein.
  • Besonderheiten sind die Sondergräber für bekannte Persönlichkeiten, der eingefriedete Ehrenfriedhof für Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges, der Urnenhain und das Rhododendronrondell für Sternenkinder.
  • Die vier Meter hohe Skulptur einer Kerze mit vergoldeter Flamme symbolisiert den „Wald des Lichtes“. Das Gold findet sich in den Gedenktafeln der Urnen wieder und lässt diese bei Sonnenschein aufblitzen.

3. Bergfriedhof, Tübingen

  •  Mit 15,5 Hektar ist er der größte Tübinger Friedhof. Er wurde 1950 eröffnet und ist seit 2003 EMAS-zertifiziert.
  • In den letzten zehn Jahren entstanden verschiedene neue Angebote, wie ein Baumpfad für Schulklassen, Vogel- und Friedhofsführungen, aber auch Konzerte und Theateraufführungen. Ziel ist es, den Friedhof zukunftsfähig zu machen.
  • Im neu geschaffenen „Garten der Zeit“ stehen die Beisetzungsflächen Frühling, Sommer, Herbst und Winter zur Wahl, in welchen die Pflanzen der jeweiligen Jahreszeit eingebracht sind.

4. Bergfriedhof, Lindenberg

  • Als Landschaftsgarten konzipiert, sind die Grabstätten harmonisch und ohne Einfassungen durch Steine oder ähnliches in die Natur eingebettet.
  • Kerngedanke ist, dass im Tod alles Irdische zurückbleibt. Bepflanzung, Grabsteine und geschmiedete Kreuze wurden daher bewusst zurückhaltend gestaltet. Die Schlichtheit und Konzentration auf das Wesentliche sind Zeichen für das Sich-Nahe-Kommen im Tod.
  • Die Aussegnungshalle nimmt den sanften Schwung der Grünflächen und Hügellinien auf. Das im Halbrund weit hinausgezogene Dach symbolisiert ausgebreitete Arme, die den Toten in die gerundete Mitte aufnehmen.

5. Protestantischer Friedhof, Augsburg

  • 1534 vom Magistrat der Stadt Augsburg angelegt, beherbergt der Friedhof bis heute sowohl zahlreiche Grabdenkmale aus dem 17. Jahrhundert als auch architektonisch aufwendige Grabmäler des Klassizismus und der Neugotik.
  • Alle Friedhofsbauten auf dem 6 Hektar großen Areal befinden sich weitgehend in der sehr aufwendigen Farbgestaltung ihrer Entstehungszeit.
  • Zu den verschiedenen Grabarten zählen sowohl Baumgräber als auch eine Urnennischenwand. Die Urnenerdgräber finden ihre Ruhe in einer Streuobstwiese mit Zierapfel-Baumbestand, die in der Symbolik des Paradiesgartens konzipiert wurde.

Fotos

  1. Waldfriedhof Lauheide, Münster: Copyright: Stadt Münster, Amt für Grünflächen und Umweltschutz
  2. Waldfriedhof, Bad Homburg von der Höhe: Copyright: Betriebshof Bad Homburg von der Höhe
  3. Bergfriedhof, Tübingen: Copyright: Tübinger Friedhofswesen
  4. Bergfriedhof, Lindenberg: Copyright: Bergfriedhof Lindenberg
  5. Protestantischer Friedhof, Augsburg: Copyright: Protestantischer Friedhof Augsburg